Es war Winter und wie meistens in dieser Jahreszeit gab es auf dem Bau immer weniger Arbeit so das Leute die als letztes kamen entlassen wurden. Natürlich war ich unter den letzten und war also wieder gezwungen aufs Arbeitsamt zu rennen.
Nachdem ich alle benötigten Unterlagen aufs Amt geschleppt hatte, flog auch schon der erste Termin in meinen Briefkasten „EINLADUNG!“ zum Gespräch mit meiner “Arbeitsvermittlerin“.
Man muss dazu sagen das diese Person für Maler und Lackiere bzw. für Leute vom Bau zuständig war, und ich nicht die erste war mit der sie zu tun hatte.
Nach einigem herum irren, in den gefühlt tausenden von Gängen, hatte ich dann auch dieses „ nennen wir es mal” Büro” gefunden. Da ich Pünktlichkeit sehr wichtig finde war ich sogar 5 min. vorher da und setzte mich vor dem Büro auf einen WarteStuhl. Mit 15 min. Verspätung kam dann auch die Dame vom Arbeitsamt mit eine Tasse Kaffee in der Hand um die Ecke . Sie begrüßte mich und bat mich in ihr Reich des Chaos „ Büro“.
Vor mir saß nun eine Dame, die offensichtlich vergessen hatte morgens einen BH anzuziehen. Der braune Pulli aus dünnen Stoff der seine besten Jahre hinter sich hatte betonte die Tatsache mit dem fehlenden BH nicht gerade zu ihren Gunsten. Ihr braunes Haar war zerzaust, und auf den ersten Blick sah sie etwas verwirrt aus.
Nun saß ich da und gab bereitwillig Auskunft über meine Fähigkeiten, die sie mit einigen Schwierigkeiten in ihren PC tippte. Schwierigkeiten deswegen, weil es sich um einen PC des Arbeitsamtes handelt und ich festgestellt habe das es wohl ein weit verbreitetes übel auf diesem Amt ist das die Rechner nicht machen was sie sollen.
Als sie fertig war wollte sie wissen wo ich mich schon beworben hatte.
Ich teilte ihr mit das es Winter sei und es so gut wie keine offenen Stellenin meinem Beruf geben würde. Das ich mich aber schon bei den zwei gefundenen Firmen beworben hatte. Natürlich fing sie an in ihrem PC nach Stellen zu suchen. Sie macht ja nur ihren Job. Sie können ja nicht davon ausgehen, wenn Arbeitslose sagen ich habe nachgesehen es ist nichts im Netz das diese Leute dann auch die Warheit sagen. Was soll ich sagen nach etlichen Klicks musste sie dann zugeben das ich wohl recht hatte.
Doch da die gute Dame ja irgendwas sagen muss hat sie dann einfach mal verlangt ich müsste mich auf zwei Stellen als Stuckateur bewerben. Wohl bemerkt bin ich gelernter Maler. Was sie wissen sollte wenn sie mit vielen Leuten vom Bau zu tun hat ist, das Stuckateure eine andere Arbeit beinhaltet. Wenn also ein Firma ausgebildete Stuckateure mit Berufserfahrung sucht macht es wenig Sinn das ich mich da bewerbe. Zumal ich an Stuck kein Interesse habe und das auch nicht machen will sonst hätte ich das wohl gelernt.
Ich habe ihr das mehr oder weniger so mitgeteilt(natürlich diplomatisch) woraufhin sie dann sagte, :”Sie haben unterschrieben alles zu unternehmen um wieder in Arbeit zu kommen wenn sie das nicht tun kann das eine Sperre des Arbeitslosengeldes nach sich ziehen.!“„BÄM“
Außerdem hat sie mir gesagt ich muss mich aus eigeninitiative auf Adressen aus dem Branchenbuch bewerben. Bin mir nicht sicher aber ich meine es ist Winter. Was machen die Maler mit Bewerbungen im Winter sie schmeißen sie weg. Oder glaubt auch nur einer die behalten die auf und rufen dann im Sommer an. Aber da auf die Stuckateur stellen wenig Aussicht wegen mangels an Erfahrung bestand hat sie mich auch gleich in eine Maßnahme gesteckt. Bei einer Firma die mit dem Arbeitsamt zusammen arbeitet. Na Hauptsache man taucht nicht in der Statistik auf.
Tags: Arbeitssuche, Ärger
Dieser Artikel wurde am 16. Juli 2010 um 23:53 Uhr von Moria erstellt und fällt in die Kategorie Arbeit. Wenn du möchtest, kannst du allen Antworten auf diesen Artikel durch einen RSS-Feed folgen oder ein Trackback hinterlassen.




