Es war zu der Zeit als die Firma nicht viel Arbeit hatte, kurz bevor mehrere Leute aus unserer Abteilung entlassen wurden. Wir haben mehrmals am Tag unserem Chef angerufen um ihm mitzuteilen, dass wir nichts mehr zu tun hätten. Er meinte wir sollte halt versuchen uns irgendwie die Zeit auf der Baustelle zu vertreiben. Es war ihm egal, das wir die meiste Zeit irgendwo rumstanden, oder Pseudoarbeit verrichteten. Hauptsache es war jemand auf der Baustelle, und er musste seinem Chef nicht davon sagen, dass wir nichts zu tun hatten. Was im Übrigen seine Schuld war, da er es nicht für nötig hielt, sich an irgendwelche Termine zur Abgabe der Angebote hielt.
Die Freude war groß als er Anrief, und meinte das zwei von uns auf eine neue Baustelle sollten. Wir dachten wir hätten neue Aufträge und unser Job wäre wieder sicherer.
Die beiden packten einiges an Material von unseren zwei Baustellen zusammen, und weg waren sie. Sie kamen noch ein-, zweimal vorbei um weiteres Material zu holen, gaben uns zu der Zeit aber keine Auskunft wo sie denn nun arbeiteten.
Als sie eine Woche später wieder bei uns auf der Baustelle arbeiteten, führten wir in der Mittagspause eine Unterhaltung über die Zukunft der Firma, das wir wohl doch keine neuen Baustellen hatten, und die Firma wohl bald einige Mitarbeiter entlassen würde. Einige von uns regten sich über unseren Chef, und die Tatsache, dass er nichts tat um neue Aufträge an Land zu ziehen, auf. Während dieser Unterhaltung kam ans Tageslicht was für eine Schweinerei unser Chef mit den zwei Mitarbeitern abzog.
Sie erzählten, dass sie wohl das Material von den Baustellen zu unserem Chef nach Hause fahren mussten. Und eine ganze Woche damit beschäftigt waren, bei ihm Zuhause einen Umbau zu machen. Er rechnete dieses Material über die Baustellen ab, auf denen wir arbeitete, und trug den Zwei Mitarbeitern auf ihre Stunden auf eben diese Baustellen zu schreiben, und uns zu erzählen, sie währen auf einer neuen Baustelle. Er hat damit zwei Arbeiter eine ganze Woche, und das ganze Material auf unsere Baustellen abgerechnet, obwohl es nie bei uns verbraucht wurde. Was die für unsere erarbeitetes Plus hieß, muss ich hier wohl nicht vorrechen. Unser Chef war auch nur Angestellt und ich glaube nicht, dass sein Chef davon wusste, oder dies gut heißen würde. Aber wir sagt man so schön:” Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß!”
Dieser Artikel wurde am 1. Mai 2009 um 21:12 Uhr von Moria erstellt und fällt in die Kategorie Arbeit. Wenn du möchtest, kannst du allen Antworten auf diesen Artikel durch einen RSS-Feed folgen oder ein Trackback hinterlassen.





Schade, dass hier nichts mehr passiert.
Und wie ist die Geschichte nun ausgegangen? Ist das irgendwann aufgeflogen? Habt Ihr Eure Jobs noch? Hat Euer Chef seinen Job noch?
Und jetzt ist hier Schicht im Schacht, oder wie?
ich kann mir die gefühlslage sehr gut vorstellen.
Hallo Moria,
sehr gelungener Blog. Lese deine Beiträge immer mit großem interesse…
Hallo Moria,
hab grad mit größtem Interesse Deine Baustellenerfahrungen gelesen.Kann man kaum glauben.
aber glaub mir ,der Gipfel der Frechheiten hat nicht nur eine Spitze.
Beim lesen deiner Anmerkungen vielen mir urplötzlich eigene Erfahrungen ein ,die ich bissweil verdrängt hatte,weil sie sowieso niemand glauben würde.
Ich arbeitete in einer recht großen Firma in der man sich Aufgrund der hohen Mitarbeiteranzahl (waren wohl so um die 25.000 Deutschlandweit) keine ernsthaften
Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen mußte.
Nach dem Vorstellungsgespräch,bei dem die Notwendigkeit äußerster Reinlichkeit in den Vordergrund gestellt wurde,war mein erster Eindruck : “WOW
haste was cooles erwischt”.Auch das Versprechen baldiger Gehaltserhöhungen spornte mich an mein bestes zu geben.
Anfangs machten mich auch kleinere Unstimmigkeiten nicht stutzig, irgendwann fängt man aber doch an zu zweifeln.
Von mir und Kollegen wurden z.B. Nachtschichteinsätze gefordert um Baustellen nach völliger Fehlplanung und Inkompetenz der Geschäftsführung nun doch irgendwie
Termingerecht fertizustellen. Gemietete Baumaschienen sollten schließlich zum vereinbarten Termin zurückgegeben werden.
Irgendwie störte es dann aber wohl doch niemanden das nach mehrtägigen Nachtschichten und Termingerechter Fertigstellung weder die Bauabnahme ,noch die Rückgabe
der gemieten Maschienen erfolgte,kostet ja nichts.
Auch das Objekte nach Bearbeitung bemängelt,in Nachtschicht nacgearbeitet und letzlich vom Auftraggeber demontiert und verschrottet wurden
( Was wohl auf mangelnde Absprache mit meinem Chef zurückzuführen ist ,Absprachen waren wohl nicht so sein Ding)
Es machte mich auch nur wenig skeptisch ,daß der bzw. die Firmenwagen kaum noch fahrtauglich waren, eine gewisse Risikobereitschaft gehört natürlich
zum Baustellenleben dazu.
Wer später bremst ist länger schnell.
Begebenheit zur Winterzeit ergaben sich auch bei meinen Erfahrungen.
Unser chef ,nennen wir ihn spaßeshalber auch mal “Harry und sein Paßmann Egon ” ließen sich patu nicht davon abbringen eine Fassade bei geschätztn 15 Grad minus
gegen sämtliche fachkritische Argumente zu Verputzen,was wenigstens für die anderen Gewerke der Baustelle eine lustige Alternative zum Alltag war,da jeder weiß :
Fassade bei frost ,hält den Sommer nicht durch.
haben wir dann einfach als Alaskaputz verkauft.
Desweiteren sollten wir auch bei Bodenfrost Parkplatzmarkierungen aufbringen,soweit so gut.haben wir uns halt mit nem Bunsenbrenner hingestellt und die zu
bearbeitende Fläche von 3 cm Eisschicht befreit und getrocknet.
Lief ganz gut ,wir schafften so ca. 2-3 Meter die Stunde mit 6 Mann,wenn es insgesamt nicht 1,5 Km gewesen wären hätten wirs vielleicht geschafft.
Nebenbei erwähnt mußten diese Arbeiten natürlich am Samstag erfolgen obwohl die Wetterlage vorher klar war.
Das erste mal wurde ich stutzig als ich ins 60 km entfernte Firmenlager mußte ,nicht das Farben und Lacke bei Minusgraden ihre Fähigkeiten verlieren würden,
man mußte dort auch immer mit mindestens zwei mann antanzen um das Lagertor überhaupt öffnen und schließen zu können.(dauerte jedes mal so ca. 30 Min. pro schließvorgang).
Kostet ja nix.
Außerdem kam es auch regelmäßig vor das die Firmenleitung nicht nachvollziehbare Privatkurierfahrten mit den Firmenwagen forderten,nicht selten bis zu 300 km
trotz Termindruck auf den Baustellen und vermeidbarkeit durch Benutzung des Gehirns.
Achja Gehirn .
Nachdem auch bei uns wegen schlechter Auftragslage mehre Leute ihren Dienst quitieren durften, stellte sich heraus ,das der chef wohl freundschaftliche
Verhältnisse vor Produktivität der Firme stellte.
Endgültig sicher über den Untergang der Firma wurde ich bei Überarbeitung der Leistungsverzeichnisse,(welches eingentlich die Arbeit der Firmenleitung wäre)
Nie zuvor sah ich einen solchen Kauderwelch mit nicht zutreffenden Maß- und Mengenangaben,ganz zu schweigen von scheinbar gewürfelten oder ausgedachten Preisangaben.
Auch eine Anfrage beim stellverretenden Chef wurde nur mit :”ääääähh,ääääähhh,ääääähhhhh,ääh, weiß ich auch nich so genau.” beantwortet.
Da ich eigentlich nur kurz auf dein Thread eingehen wollte,komm ich jetzt erstmal zum Ende,sonst wirds zu brisant.
Nichtsdesdotrotz sind wir (fast alle Angestellten ) jetzt wieder glücklich vereint in einer großen Firma. Die mit dem großen A.
also lieber Moria.Du bist nicht allein
viele Grüße Magic one