Draußen lagen ca. 10 cm Schnee und wir arbeiteten im Keller. Die Farbe war leer, weil unser Chef Harry (*) sich mit dem bestellen der neue Farbe viel Zeit ließ, und lieber mal drei Tage wartete. Außer darauf zu warten das der Farbenlieferant kommt, hatten wir also nicht viel zu tun. In der Mittagspause klingelte dann endlich das Handy.
Harry:” Geh hoch der Lieferant ist da.”
Ich:” Wie geh hoch? Wohin?”
Harry:” An den Eingang der Fabrik, ich hab ihm gesagt er soll da schon mal abladen.”
Ich:” Wie abladen? Am Eingang? Und wie bekommen wir dann die 15 Eimer, wovon einer 35 Kg wiegt, hier in den Keller?”
Harry:”Ja weiß ich ned. Soll der Mirko(*) dann machen.”
Ich:” Nein er soll runter fahren vor den Keller.”
Harry:” Ja mir egal, geh mal hoch und regel das.”
Ich also zum Eingang der Fabrik getappt und von weitem schon gesehen das der Lieferant fleißig am abladen war. Er ließ sich durch mein Rufen und Winken nicht beeindrucken und machte munter weiter.
Als ich endlich oben ankam, war er schon fertig und wollte nur noch eine Unterschrift von mir haben. Mein Jammern und Bitten, das er doch die Eimer nach unten bringen sollte, waren im egal er hatte noch was anderes zu tun und musste weiter. Da stand ich also mit 15 Eimern von denen einer 35 kg fasste. Da Mirko wie immer nicht an sein Handy ging, tappte ich den ganzen Weg zurück und wir überlegten wie wir die Eimer am schnellsten nach unten bringen sollten. Die rettende Idee kam von Jana(*) einer anderen Arbeitskollegin. “Wir nehmen eine Palette und einen Hubwagen mit nach oben und fahren die Eimer runter.”
Wie gesagt es lagen 10 cm Schnee. Wir haben die Eimer zu dritt verladen. Doch statt hinterher zu laufen und zu schieben, sind die zwei voraus gelaufen und ich mit dem Hubwagen und den Eimern hinterher. Wie man sich vorstellen kann, ist es nicht lustig einen Hubwagen durch 10 cm Schnee zu ziehen. Als ich um die Kurve fuhr passierte das Unglück. Ich bin mit dem Hubwagen über einen kleinen Bordstein gefahren den man unter dem Schnee nicht sehen konnte und 4 Eimer kippten zur Seite und knallten auf den Boden in den Schnee. Bei meinem Glück blieb keiner der 4 Eimer heil und die Farbe verteilte sich im Schnee. Meine zwei Kollegen kamen gelaufen und schlugen die Hände über ihren Köpfen zusammen. Da ich das Unglück verursachte, blieb es an mir hängen den Chef anzurufen und bescheid zu sagen. Bevor er es von einem anderen erfuhr.
Ich:” Hi mir ist was Blödes passiert, ich bin mit dem Hubwagen über den Bordstein gefahren und 4 Eimer sind auf den Boden gefallen und kaputt. Wir machen jetzt sauber. Nur dass du bescheid weißt.”
Harry:” (fluchen) Mach das bloß sauber”
Ich:”Ja,wir sind ja dabei.”
Mit Schaufeln und Besen haben wir versucht die Farbe in die Eimer zu schöpfen. Wir füllten 7 Eimer mit Farbe, eingefärbtem Schnee und Dreck. Den Rest spülten wir mit einem Wasserschlauch beiseite. Mitten in der Putzaktion klingelte mein Handy. Mike(*) war dran und wollte wissen was wir angestellt hatten. Er war mit Harry unterwegs und stand neben ihm als ich anrief um ihm Bescheid zu sagen. Ich erzählte ihm alles und während er vor Lachen nicht mehr konnte meinte er nur,:” Der Chef hat das Telefon aufgelegt sich zu mir umgedreht und nur gesagt,’ So ne dumme Kuh, schmeißt Eimer um und ruft mich dann an um zu fragen was sie jetzt machen soll’.” Ich fand das alles andere als lustig, aber wir wissen ja alle dass unser Chef es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.
Als wir fertig waren und auf die Uhr sahen war es Feierabend. Was für ein Tag. Ich war froh als ich zuhause war und mich wieder aufwärmen konnte.
(*) Alle Namen wurden geändert.
Dieser Artikel wurde am 12. April 2009 um 18:54 Uhr von Moria erstellt und fällt in die Kategorie Arbeit. Wenn du möchtest, kannst du allen Antworten auf diesen Artikel durch einen RSS-Feed folgen oder ein Trackback hinterlassen.






Klasse Geschichte! Aber da hat der Chef doch noch gut reagiert, oder?